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Die Cigarre - Informatives in 4 Teilen
Die Cigarre – Synonym für Luxus und Genuß in höchster Vollendung, Symbol der Mächtigen – erlebt heute in einer Ära eleganten Lebensstils und raffinierter Esskultur ein neues Goldenes Zeitalter.
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Teil 1- Die Geschichte der Cigarre
Woher nun genau das Genießen von Cigarren stammt, ist nicht präzise belegbar. Sicher ist aber, dass es sich um die älteste Form des Tabakgenusses handelt. Funde aus der Zeit der Mayas und Azteken belegen, dass Cigarren bekannt waren und geschätzt wurden. Aus dieser Zeit stammt auch der Name „Ciquar“ – „etwas Brennbares, das gut schmeckt und gut riecht“. „Die Cigarre haben die Götter erfunden, um sich selbst in ganz besonderem Maße den Tabakgenus zu schenken. Jedes Mal, wenn es blitzt und donnert, schlagen die Götter Feuer, um sich eine Cigarre anzuzünden.“

Aber auch aus anderen Teilen der Welt existieren Überlieferungen zum Kult um die Cigarre. Wer kennt nicht die Friedenspfeife der Indianer oder den religiösen Tabakgebrauch der afrikanischen Bantu- oder Yorubavölker.

Für Europa wurde der Cigarrengenuß durch Kolumbus entdeckt. Als er am 27. Oktober  1492 auf der Insel Juana, die später in Ferdinanda umbenannt und heute als Cuba bekannt ist, anlandete, ahnte er nicht, dass dieses Datum das Zeitalter des Tabaks und der Cigarre in Europa eröffnen sollte. In seinem Schiffstagebuch steht zu lesen, dass er und seine Besatzung fasziniert waren von den „Tabagos“: „Männer und Frauen trugen kleine glimmende Feuer in der Hand, die von wohlriechendem Kraut herrührten. Trockene Blätter dieses Krautes waren in einem ebenfalls trockenen Blatt eingerollt. Das Ganze glich einer Spielzeugtrompete. An einem Ende brannte die Glut, an dem anderen Ende sogen die Eingeborenen Rauch ein, wobei sie höchsten Genuss zu empfinden schienen. Sie nannten diese Blattrolle ‚Tabago’.“ Erst später wurden durch eine Verwechselung aus dem Wort „Tabago“ das Wort „Tabak“.

Im Jahre 1519 kamen die ersten Tabakblätter nach Europa. Hier wurden sie anfänglich als Heilmittel verwendet. Hervorzuheben sei an dieser Stelle der französische Gesandte am Hofe zu Lissabon – Jean Nicot. Er galt seinerzeits als einer der berühmtesten Tabakheilkundigen und wurde durch die Bezeichnung des in den Tabakpflanzen enthaltenen Alkaloides Nicotin unsterblich.

Die erste Cigarrenfabrik in Cuba wurde erst 1541 von dem Spanier Demetrio Pela gegründet. Es dauerte fast 200 Jahre bis in Sevilla die erste europäische Cigarrenfabrik mit dem Namen „La Corona“ entstand.

Der Rauchgenuss wurde in Europa erst Mitte des 16. Jahrhunderts populär. Anfangs wurde Tabak verboten, jedoch sehr bald vom Fiskus als Einnahmequelle entdeckt. Aus heutiger Sicht nicht verwunderlich, wurde 1679 in Frankreich durch Ludwig XIV die Tabaksteuer eingeführt. Dies hatte nur geringe Auswirkungen auf das ständige Anwachsen der Tabakliebhaber, auch oder gerade in Deutschland. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erfolgte der Durchbruch in Deutschland. Die Cigarre fand immer mehr Liebhaber. Mittlerweile gehört Deutschland zu den größten Cigarrenherstellern der Welt.

Mit Cigarren werden in Geschichte und Gegenwart stets große Namen verbunden. José Marti – der Befreier Cubas – formulierte vortrefflich den Sinn von Cigarren. Sie sollen „den Müßiggänger unterhalten, Schmerzen vertreiben und einsame Stunden begleiten.“

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Teil 2 - Die Tabakpflanze – vom Saatgut bis zur Cigarre
Es ist eine kleine Kunst, sich dem Genuss einer Cigarre ganz zu widmen. Robert T. Lewis formulierte dazu: „Der Tag war schwer oder schön, voll Mühe oder Poesie. Der Mann hat gekämpft, geliebt, vielleicht gelitten. Was könnte ihn besser für einen Augenblick zu sich selbst finden lassen als die Vollkommenheit seiner Cigarre, der Duft ihres blauen Rauches, der sich in Luft auflöst wie ein Symbol der Eitelkeit aller Unternehmungen, der Hinfälligkeit aller Dinge? Nichts und niemand sonst ist in solchen Augenblicken imstande, ihn mit sich selbst auszusöhnen, indem ihm zugleich vor Augen geführt wird, wie wichtig es ist er selbst zu sein, und wie unwichtig seine Person angesichts des großen Ganzen ist.“ Wer aber denkt beim Genießen an die vielen Arbeitsschritte, die notwendig sind, um aus einem winzig kleinen Saatkorn eine handgerollte Cigarre werden zu lassen?
Tabak ist unter den einjährigen Pflanzen, diejenige mit dem höchsten Massenzuwachs in der Wachstumsperiode. Innerhalb von 5 bis 7 Monaten wächst aus einem Saatkorn von nur 0,1 Milligramm eine Pflanze von 2 Kilogramm Gewicht. Damit dies optimal gelingt, braucht die Pflanze Temperaturen von 17˚ bis 25˚C und Niederschläge um 750 mm. Da die Tabakpflanze ca. 500 bis 800 l Wasser benötigt um ein Kilogramm Trockensubstanz zu bilden, bleibt eine zusätzliche Bewässerung nicht aus.
Besondere Führsorge wird den Pflanzen zuteil, die später als Deckblätter Verwendung finden. Wer schon einmal auf Cuba war, wird sie kennen, die mit Tüchern bespannten Tabakfelder. Damit die Blätter ihr seidenartiges und glattes Aussehen behalten, werden sie zum Schutz vor der Sonneneinstrahlung mit Gazetüchern überspannt. Die Pflanzen, die später für Einlage und Umblatt verwendet werden, wachsen in der direkten Sonne, um eine große Vielfalt an Geschmacksnuancen zu erhalten.
Die Ernte erfolgt in Intervallen von 6 oder 7 Tagen. Entsprechend ihrem Reifegrad werden die einzelnen Blätter auf den Tag genau gepflückt. Geerntet wird in den frühen Morgenstunden, da man sie dann besser brechen kann.  Die Blätter werden zum Trocknen in große offene Tabakschuppen gebracht.

Anschließend findet der Vorgang der Fermentation statt. Aufgestapelt in riesigen Haufen von etwa 2 Meter Höhe und 4 Meter Breite beginnt der Tabak durch Selbsterhitzung und verschiedene biologische Vorgänge Eiweißstoffe, Zucker und Nicotin abzubauen, gleichzeitig auch die für das Aroma wichtigen ätherischen Öle zu bilden. Die Dauer der Fermentation liegt bei rund 3 Monaten. Innerhalb dieser Zeit wird der Tabak mehrfach umgestapelt.
Nun schließt sich die genaue Sortierung nach Farbnuancen, Größe und Dicke der Blätter an und die Verpackung in Ballen. Nach einem Zeitraum von mehreren Monaten bis einigen Jahren ist der Tabak bereit, um zu einer erlesenen Cigarre verarbeitet zu werden.
Ein weit verbreiteter Mythos ist es, dass angeblich die besten Cigarren auf den Oberschenkeln einer Jungfrau gerollt werden. Eher entspricht es wohl der Realität, dass es unzähliger, nicht ermüdender Hände bedarf, um eine edle Cigarre zu fertigen. Jede Phase des Fertigungsprozesses erfordert höchste Präzision und Gewissenhaftigkeit, besonders die Tätigkeit des Cigarrenmachers. Ein torcedor rollt bis zu 120 Cigarren pro Tag, die makellos, gleichmäßig und perfekt aufeinander abgestimmt sind und sich wie ein Ei dem anderen gleichen.
Nun heißt es die Cigarre optimal zu präsentieren. Die Sortierer unterscheiden bis zu 65 Farbschattierungen. Nach Anbringen der Bauchbinde wird die Cigarre dann in Kisten verpackt. In großen klimatisierten Lagerhäusern warten sie nun auf die Auslieferung.

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Teil 3 - Die Kunst, die richtige Cigarre zu finden
Die Reise auf der Suche nach einer guten Cigarre kann lange dauern, für einige endet sie niemals. Es ist ein allgemein anerkannter Grundsatz, dass es keine perfekte Cigarre gibt. Es kann nur die für Sie richtige Cigarre geben, die Ihren Geschmack und Geruchssinn befriedigt. Das Wichtigste bei der Auswahl der Cigarre ist Ihre Neugier und natürlich ein paar Kenntnisse über Cigarren.

Die Farbe. Es ist ein häufiger Irrtum zu glauben, dass die Farbe des Deckblattes die Stärke der Cigarre beeinflusst. Dunkle Deckblätter sind ebenso wenig ein Zeichen für eine starke Cigarre wie helle Deckblätter das Zeichen einer leichten sind. Je dunkler das Deckblatt, desto voller der Körper und desto süßer die Cigarre – das ist die allgemeine Regel, obwohl es letztlich die Einlage ist, welche den Geschmack der Cigarre bestimmt.
Es gibt ein paar äußere Einflüsse, die den Geschmack und die Qualität der Deckblätter wesentlich beeinflussen: ihr Platz an der Pflanze; der Zeitpunkt der Ernte; die Art der Fermentation und der Trocknung. Je länger das Blatt an der Pflanze geblieben ist, desto mehr Sonnenschein hat es empfangen und desto dunkler wird es folglich sein.

Das Format. Die Maße sowie Form und Durchmesser der Cigarre bestimmen ihr Format. Der Durchmesser wirkt sich unmittelbar auf die Geschwindigkeit des Zuges aus. Ein großer Querschnitt bedeutet einen langsamen Zug, wodurch der Rauch kühler und weniger voll in den Mund gelangt, aber auch runder schmeckt.
Die Ansicht, je dicker eine Cigarre sei, desto stärker sei sie auch, ist ein weitverbreiteter Irrtum. In Wirklichkeit ist eine Cigarre milder, je größer ihr Querschnitt ist. Eine dicke Cigarre hat einen viel leichteren Zug, und Neulinge sollten zunächst mit einem größeren „Kaliber“ beginnen. Mit einer dicken Cigarre verbindet der erfahrene Raucher Geschmack, Körper und Aroma.
Welche Cigarre man zu welcher Tageszeit raucht, hängt vom persönlichen Geschmack ab. Zino Davidoff, der große Cigarrenkenner, hat stets zu bestimmten Formaten bei folgenden Gelegenheiten bzw. Anlässen geraten, dabei natürlich auch die zur Verfügung stehende Zeit berücksichtigt...

Cigarillo, Panatella: die Viertelstunde einer Kaffeepause
Petit Corona, Corona: die Verlängerung eines Mittagessens
Gran Corona: die Stunde des Müßiggangs
Double Corona: die Krönung eines Abendessens
Grant Double Corona: für den besonderen Augenblick Außergewöhnlich!

Nun noch ein paar Tipps zum Cigarreneinkauf. Achten Sie genau darauf, wie die Cigarren im Geschäft gelagert werden. Premiumcigarren bevorzugen eine relative Luftfeuchte von 68 bis 72%. Sollten Sie eine ganze Kiste kaufen, lassen Sie sich die Kisten öffnen. Sehen Sie sich die Deckblätter genau an. Sie sollten unversehrt und seidig ölig glänzend sein, ohne Risse und Beschädigungen. Bitte vermeiden Sie es, die Cigarre zwischen den Fingern zu rollen. So können Sie leicht das Deckblatt beschädigen. Um zu prüfen, ob eine Cigarre optimal gelagert wurde, drücken Sie ganz vorsichtig das Brandende zusammen. Bei frischer Ware wird es die Ursprungsform wieder annehmen.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß, neue Cigarren für sich zu entdecken und alte Marken wieder zu erkennen. Denken Sie immer daran, Genuss beginnt schon beim Einkauf.

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Teil 4 - Tipps und Tricks auf dem Weg zum Cigarrengenuss
Nach einem feinen Essen beginnt der große Moment für eine gute Cigarre. Wie kaum etwas anderes auf der Welt schenken ihre ausdrucksstarken Züge einem Mann in diesem Augenblick jenes vollkommene Gefühl des Glücks, Reichtums und des Friedens, das wir viel zu schlicht als Zufriedenheit bezeichnen. Wie aber gelingt es, diesen Genuss optimal zu entfalten?
Den Anfang bildet das fachgerechte Anschneiden des Cigarrenkopfes. Geeignete Hilfsmittel sind hierfür Guillotinen, Cigarrenscheren oder Rundcutter. Die Wahl des richtigen Anschneiders hängt vom persönlichen Geschmack und vom Geldbeutel ab. Wichtig ist jedoch, dass die Klingen scharf sind und auch lange scharf bleiben. Stumpfe Klingen würden zum Zerreißen des Deckblattes führen. Für Anfänger empfehlen sich Anschneider mit zwei Fingergriffen, da diese sicher zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten werden können.
Ein Anlecken des Kopfes vor dem Anschneiden, um das Deckblatt geschmeidig zu machen, ist unfein, denn der Anschneider wird vielleicht auch von verschiedenen Personen benutzt.
Setzen Sie den Schnitt so, dass von dem Käppchen noch ein Ring übrigbleibt. So wird verhindert, dass sich das Deckblatt aufrollt.
Nun folgt das Anzünden, das in großem Maße den Geschmack der Cigarre beeinflusst. Verwenden Sie dafür extralange Streichhölzer oder Gasfeuerzeuge. Bitte keine Benzinfeuerzeuge nutzen, da sie nicht neutral in Geruch und Geschmack sind.
Das Anzünden erfolgt in zwei Schritten. Zuerst wird die Cigarre leicht drehend über der Flamme erhitzt, Dabei wird die Einlage angetrocknet. Nach geraumer Zeit beginnt der Tabak zu schwelen und das Deckblatt zeigt einen winzigen Ascherand. Erst jetzt nehme man die Cigarre in den Mund, halte das Brandende immer leicht drehend über die Flammenspitze und ziehe mehrfach kurz. Man sagt, man solle der Cigarre das Feuer gönnen. Nun, nach einem kurzen Auflodern, ist die Cigarre angezündet. Sicherheitshalber sollte man kurz und leicht auf die Glut blasen, um sicherzustellen, dass die Cigarre gleichmäßig rund abbrennt.
Für den Genuss soll die Cigarre glimmen, nicht kohlen. Eine erloschene Cigarre gleicht einer erloschenen Liebe. Der Volksmund sagt, dass Frauen und Cigarren stetiger Beachtung bedürfen, sonst gehen sie aus. Sollte es Ihnen dennoch passieren, dass die Cigarre erlischt, zünden Sie sie vorsichtig wie beschrieben wieder an. Vor dem erneuten Anzünden blasen Sie bitte leicht in  die Cigarre, um den kalten Rauch zu entfernen.
Nach zwei Dritteln der Cigarrenlänge sollte man die Cigarre im Ascher ablegen. Bitte nicht ausdrücken wie eine Cigarette! Der wahre Genießer verabschiedet sich still von seiner Liebhaberei. Denken Sie daran, zwei Drittel sind Genuss und ein Drittel Erinnerung. So wie man die Cigarre mit Genuss geraucht hat, sollte man sie in Frieden verenden lassen.
Eine häufig gestellte Frage ist die Frage, ob man die Bauchbinde vor dem Rauchen entfernen sollte oder nicht. Ich würde Ihnen raten, lassen Sie sie einfach dran. Erstens kann ruhig jeder sehen, was man raucht und zweitens vermindern Sie die Gefahr von Beschädigungen an der Cigarre. Nicht selten kleben die Bauchbinden leicht am Deckblatt. Die Folge des Entfernens können Beschädigungen sein. Ist die Cigarre leicht erwärmt, löst sich der Naturklebstoff von selbst und man kann, so man will, die Bauchbinde ohne Mühe entfernen.

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