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Pfeiferauchen leicht gemacht - Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene
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Teil 1 - Die Geschichte des Pfeiferauchens bis zu den heute führenden Pfeiferauchernationen
„Cigaretten sind wie Fernsehen, Cigarren sind wie Kinofilme, aber Pfeifen sind, als läse man ein Buch. Sie erfordern Wissen.“(Rick S. Newcombe) Natürlich muss man kein Buch lesen, bevor man die erste Pfeife stopft, aber einige kleine Tipps und Tricks sind schon erforderlich, um optimalen Genuss zu erfahren. Lassen Sie die Hektik des Alltags hinter sich und folgen Sie mir in die Geschichte.
Wann die erste Pfeife gezündet wurde, ist nicht überliefert. Bekannt ist lediglich, dass Tabakspfeifen ursprünglich von den Priestern der Maya für kultische Zwecke verwendet wurden. Nach Europa kamen Tabakspfeifen erst viel später. Auch hier müssen wir Christoph Kolumbus und seinen Mannen danken, die diese Art des Tabakgenusses bei den Indianern beobachteten.
Der Tabakgenuss trat in Europa seit Beginn des 16. Jh. einen unglaublichen Siegeszug an. Eingeführt wurden die Tabakspfeifen durch niederländische Seeleute und englische Kolonisten. Sir Walter Raleigh, der später wegen seines Pfeifengenusses geköpft wurde, machte sie 1586 am englischen Königshof bekannt. Jedoch sahen die Pfeifen jener Zeit anders aus als heute. Das indianische Kalumet, die Friedenspfeife der Indianer, bestimmte die Formgebung der Tabakspfeifen in Europa. Nur der Pfeifenkopf war deutlich kleiner, da rituelles Rauchen wie bei den Indianern in unseren Kulturkreisen nicht gepflegt wurde.
Über die Jahrhunderte hinweg wurde das optimale Material für Pfeifen gesucht. Im 17. Jh. waren die langen Tonpfeifen der Holländer weit verbreitet; im 18. Jh. gewannen die kunstvollen Erzeugnisse der Budapester und Wiener Pfeifenschneidekunst aus Meerschaum weltweite Bedeutung. Als es in Europa gelang, Porzellan herzustellen, glaubte man, endlich das optimale Material für Pfeifen gefunden zu haben.
Unter all den Materialien, die im Laufe der Zeit bei der Pfeifenherstellung Anwendung fanden, nahm Holz schon durch seine gute Verfügbarkeit und den günstigeren Preis den größten Platz ein. Aber alle Pfeifen litten unter dem gleichen Mangel: Der Kopf brannte mit dem Tabak mit und veränderte den Geschmack des Rauches. Erst als man das Holz der Baumheidewurzel (Bruyéreholz) für die Pfeifenherstellung fand, konnten die Pfeifenfreunde von der Verwendung von Holz für Tabakspfeifen überzeugt werden. Noch heute weiß man die Widerstandsfähigkeit gegen Hitze und Feuer, wodurch Aroma und Geschmack des Tabaks gut erhalten bleiben, zu schätzen.
Heute gelten 5 Länder als Hochburgen des Pfeiferauchens und der Pfeifenherstellung, mit jeweils eigener Tradition: Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien.
Dänemark ist das Pfeifenland schlechthin. Gemessen an der Einwohnerzahl hat Dänemark den höchsten Anteil an Pfeifenrauchern und Pfeifenmachern aufzuweisen und die meisten Pfeifenkünstler von Weltruf hervorgebracht. Pfeifen werden in Dänemark nie ausschließlich als reine Gebrauchsgegenstände angesehen, sondern auch als kleine Schmuckstücke.
Die bestsortiertesten Pfeifengeschäfte gibt es ganz sicher in Deutschland. Hier findet man nicht ein Sortiment, das von einheimischen Modellen dominiert wird, sondern Pfeifen aller Herstellernationen. Natürlich verfügt Deutschland über hervorragende eigene Pfeifenhersteller. Der größte Hersteller ist Vauen mit einer Jahresproduktion von etwa 50 000 Pfeifen.
Die französischen Pfeifen kommen (fast) ausnahmslos aus Saint-Claude. Das idyllisch gelegene Städtchen gilt als die Wiege der Bruyére-Pfeifen. Doch haben rückgängige Umsatzzahlen und mangelnde Innovation dazu geführt, dass der Ort seine führende Rolle in der Pfeifenwelt verloren hat.
Die Pfeifen aus Großbritannien werden als traditionsbewusste, klassische Modelle verstanden. Bei den Pfeifenformen bleibt man stets „englisch“, d.h. ursprünglich, puristisch. Dieses Image wird nicht von den Engländern selbst geprägt. Es hat zahlreiche Versuche gegeben, in England Freehands einzuführen, aber alle scheiterten. Alle bedeutenden Hersteller fertigen klassische Formen. Unbestritten ist, dass „kultiviertes Rauchen“ seinen Ursprung in England hatte und von dort aus seinen Siegeszug um die Welt antrat.
Italien hingegen ist kein traditionelles Pfeifenherstellerland, was jedoch verwundert. Bruyére aus Ligurien, Kalabrien und Sardinien genießt den besten Ruf und wird weltweit exportiert. Erst Mitte des 20. Jh. wurden die heute namhaften italienischen Firmen gegründet. Dank der guten Qualität und des Design haben italienische Pfeifen in allen Ländern Freunde gefunden. Die fast spielerische Verbindung von Tradition und südländischer Leichtigkeit ist das Markenzeichen italienischer Pfeifen.

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Teil 2 - Die Pfeifenherstellung und klassische Pfeifenformen
Die Herstellung einer Tabakspfeife ist ein langwieriger Prozess. Er beginnt im Mittelmeergebiet bei der Ernte der Bruyére-Knolle. Ein Arbeiter kann bis zu 400 kg Holz pro Tag ernten, jedoch sind nur ca. 110 kg für die Weiterverarbeitung zur Pfeife geeignet. Die in Klötze gesägten Knollen werden mindestens 18 Stunden in Kupferkesseln gekocht, damit Spannungen im Holz entfernt werden.
Immer wieder wird das Holz sortiert nach Größe und Qualität. Nur etwa 10% der gesamten Bruyére-Ernte kann zu Pfeifen verarbeitet werden. Der Rest entspricht nicht den strengen Qualitätsmaßstäben.
Nun folgt das Zuschneiden der Pfeifen. Nachdem der Kopf gebohrt und der Holm angedreht sind, beginnt das Fräsen. Die Pfeifenform wird erkennbar. Auch hier wird wieder sortiert, nach gut und weniger gut – schlecht wird aussortiert. Erst jetzt werden Zapfloch und Rauchkanal gebohrt. Bevor das Mundstück montiert wird, beginnt das Beizen und Schleifen. In mehreren Schritten wird gebeizt, gebürstet, geschliffen, grundiert und poliert, poliert, poliert...
Während des Schleifens wird auf Einschlüsse, die sog. Spots, geachtet. Diese müssen entfernt werden. Ähnlich wie beim Zahnarzt werden von den Pfeifenmachern von Hand die feinen Sandkörner ausgeschliffen und die ausgestochenen Stellen gefüllt. So kann selbst bei extremem Heißrauchen nichts auf der Oberfläche hervortreten. Nur ca. 1% aller Pfeifen ist ohne Füllungen. Die Kunst besteht also darin, die Kittstellen nicht zu erkennen.
Nun endlich wird das Mundstück entsprechen der Pfeifenform gebogen. Fast ist die Pfeife fertig. Um das Einrauchen der Pfeife zu erleichtern wird die Rauchkammer mit Einrauchpaste bestrichen. Als letztes wird die Pfeife gestempelt, d.h. sie erhält ihre Kennung – endlich ist die Pfeife fertig. Insgesamt sind 80 Arbeitsgänge vom Feld bis zum Verpacken der fertigen Pfeife notwendig.
Für die Mundstücke wurden früher Horn oder Knochen verwendet, später Bernstein. Im 20. Jh. setzte sich Parakautschuk (Ebonit) besonders in der Serienproduktion durch. Der Vorteil lag in den besseren Eigenschaften. So saugt Ebonit das Kondensat nicht auf, ist damit hygienischer und pflegeleichter. Der Nachteil war die Lichtempfindlichkeit, die zu Verfärbungen auf den Mundstücken führen. Diese sind nicht nur unschön, sondern führen auch zu geschmacklichen Beeinträchtigungen. Seit einigen Jahren werden die Mundstücke aus Acryl gefertigt. Das Material ist „bißsympatisch“, absolut lichtecht und geschmacksneutral.

Die beliebtesten Pfeifenformen sind: Apple, Army, Billard, Bent, Dublin, Pot, Cad, Bulldog, Prince, Churchwarden und Stand-up-Poker.
Besonders für Anfänger eignet sich die Apple. Typisch für diese in den 20er Jahren entstandene Form ist ein runder, etwas gedrungener, abgeflachter Kopf, ein dickerer Holm und ein konisch zulaufendes Mundstück. Ebenfalls bestens für Einsteiger ist die Billard, die durch ihre strenge Linienführung auch als „London“ bezeichnet wird. Wer kleinere Köpfe bevorzugt, sollte ein Prince wählen. Diese schlanke, sanft gebogene Form wurde in den 20er Jahren für den damaligen Prince of Wales entworfen. Das lang geschwungene Mundstück sorgt für angenehm kühlen Rauch. Die Churchwarden wird mit ihrem etwa 20 bis 30 cm langen Mundstück, dem der Rauch angenehme Kühle verdankt, oft als Lesepfeife bezeichnet. Da sie wegen ihrer Länge jedoch nicht unkompliziert zu rauchen ist, sollte man von ablenkenden Beschäftigungen Abstand nehmen. Eines der typischsten Modelle ist die Bent. Runder Kopf, schräger Holm, geschwungenes Mundstück – diese Form wird auch als „Hänger“ bezeichnet, da man nicht so viel Kieferkraft benötigt, um sie im Mund zu halten. Der größte Vorteil der Stand-up-Poker: sie steht allein. Die zylindrische Kopfform weist einen plangefrästen Boden und einen leicht aufwärts versetzten Holm auf. Der Schwerpunkt ermöglicht ein Abstellen der Pfeife.
Für welche Pfeifenform man sich entscheidet, bleibt dem eigenen Geschmack überlassen. Mit der nötigen Ruhe und Gelassenheit sind auch Anfänger in der Lage, alle Modelle zu rauchen.
Bleibt noch eine Frage: Welche Oberfläche sollte die Pfeife haben? Drei gängige Varianten der Pfeifenoberfläche sind verbreitet; glatt, sandgestrahlt und rustiziert. Die preiswerteste Variante ist zugleich die arbeits- und zeitintensivste: die rustizierte Oberfläche. Die kostbarsten Pfeifen jedoch, die mit glatter Oberfläche, bereiten weniger Arbeit, sofern das Holz fehlerfrei ist.
Hölzer mit guter Maserung, aber zahlreichen Einschlüssen werden sandgestrahlt, und Hölzer ohne Maserung, aber mit einigen Fehlern werden rustiziert, d.h. die Oberfläche wird mit Werkzeugen aufgeraut. Rustizierte und sandgestrahlte Pfeifen bieten hervorragende Raucheigenschaften, weil ihre Oberfläche größer ist und sie sich deshalb recht kühl rauchen lassen.

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Teil 3 - Der Pfeifentabak – kein Buch mit sieben Siegeln
Die Wahl des Tabaks – die wohl schwierigste Entscheidung für den Pfeifenliebhaber. Der falsche Tabak kann schnell zu Isolation und Einsamkeit führen. Abhilfe können hier die dänischen Mischungen bringen. Die Grundtabake werden während des Bearbeitungsprozesses mit Aromastoffen versehen. Zu des Grundsoßen zählen u.a. Schokolade, Lakritz, Vanille und Fruchtaromen. Die Liste der Topflavour ist lang. Die Duftstoffe werden beim Rauchen freigesetzt und unterstützen die feine Raumnote, die den Raucher umgibt. Die englischen Tabake sind eher naturbelassene Tabake. Das besondere, herb-rauchige Aroma wird durch Verwendung spezieller Würztabake erreicht, in erster Linie durch Latakia, Orienttabake und Perique. Die Note dieser Tabake wird von Außenstehenden häufig als schrecklich eingestuft. Dem Liebhaber dieser Mischungen ist dies jedoch egal. Geschmacklich sind die englischen Mischungen für jeden Pfeifenraucher eine Entdeckung, die sich kein Genießer entgehen lassen sollte, da sie sich angenehm kühl rauchen lassen.
Je nach Typ, Anbaugebiet und Verarbeitung entwickeln Tabakpflanzen unterschiedliche Aromastoffe -  ein Umstand, den sich der erfahrene Tabakmeister zunutze macht, indem er diese zu einem ausgewogenen Blend komponiert. Zu den Grundtabaken zählen Virginia, Burley, Kentucky, Orienttabake, Latakia, Perique und Cavendish.
Virginia bildet für fast alle Mischungen den Basistabak und wird nicht nur in Virginia angebaut. Der milde, süße Rauch des Virginia-Tabaks entsteht durch den recht hohen Zuckergehalt. Der natürlich getrocknete Burley wird als Geschmacksträger in aromatisierten Mischungen verwendet. Sein Aroma ist deutlich kräftiger und voller, da er wenig Zucker und mehr Nikotin enthält. Der über Holzfeuern getrocknete Kentucky findet Einsatz als Würztabak, da er recht stark ist. Orienttabake – ohne sie wären englische Mischungen undenkbar - sind kleinblättrige, grünlich-blassgelbe Tabake mit meist niedrigem Nikotingehalt. Da der Tabak reich an ätherischen Ölen ist, brennt er langsam und gleichmäßig ab. Den englischen Mischungen ist ein Grundtabak gemeinsam – Latakia. Sein rauchiges Aroma erhält er durch die Trocknung über Feuern von Eichen- und Pinienholz. Der Geruch erinnert an eine Räucherkammer. Aus Lousiana stammt Perique – der Würztabak von schwersüßem Aroma. Der Tabak wird nach starkem Pressen und unter Zugabe von Aromatika in Holzfässern mehrere Jahre gelagert. Sparsam verwendet gibt er vielen Blends das besondere Etwas. Cavendish ist streng genommen keine Tabaksorte, sondern ein Herstellungsverfahren. Dabei wird der Tabak, teils mit Aromastoffen versetzt, in speziellen Pressen unter Druck und Wärme ein zweites oder drittes Mal fermentiert. Man erhält einen meist dunklen und besonders milden und süßen Tabak.
In den Mischungen werden häufig verschiedene Schnittarten verwendet. So entsteht nicht nur eine schöne Optik, sondern das Abbrandverhalten der Tabake kann beeinflusst werden. In der Regel gilt: Um so feiner der Schnitt, um so schneller und heißer brennt der Tabak. Daher an dieser Stelle mein Rat: Bitte rauchen Sie keinen Feinschnitt in der Pfeife. Diese Tabake erreichen beim Abbrand bis zu 1000°C (Grobschnitte bis um die 800°C). Bei dieser Temperatur kann Bronze geschmolzen werden. Von der Pfeife können Sie sich vorsorglich schon mal verabschieden.
Die weitverbreitetste Schnittart ist der Normalschnitt. Mit einer Schnittbreite von 2 bis 3 mm ist sie, mehr oder weniger langfaserig, gut für den Anfänger geeignet. Bei der Herstellung von Flakes werden die Tabakblätter in Schichten gepresst, dann in kleinere Riegel und anschließend in Scheiben geschnitten und verpackt. Dieser Schnitt ist eher etwas für Fortgeschritten. Im Abbrand ist er kühl und glimmt langsam und gleichmäßig ab. Eine aufwendigere Schnittart sind die Curly Cut. Gerollt zu einem Strang von 3 bis 5 cm Stärke wird der Tabak in Scheiben geschnitten. Auch hier gilt: Nicht unbedingt für Anfänger geeignet. Sehr gut im Handling sind Ready Rubbed Tabake. Der gepresste Tabak wird maschinell in einer Wirbelkammer aufgelockert und dadurch rauchfertig, kann also direkt aus der Packung in die Pfeife gestopft werden. Er glimmt angenehm langsam.
Für welchen Tabak man sich letztendlich entscheidet, liegt an jedem Pfeifenfreund selbst. Das Probieren des einen oder anderen Tabaks wird nicht ausbleiben. In der Vielzahl der Geschmacksrichtungen, die derzeit auf dem Markt sind, wird ein jeder den Tabak finden, der ihm gefällt – oder seiner Umgebung.

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Teil 4 - Tipps für Pfeifenkauf und das notwendige Zubehör
Das Schwierige, aber nicht Unlösbare, ist der Kauf der ersten Tabakspfeife. Noch weiß man nicht, ob das Pfeifenrauchen das Richtige ist und was man beachten sollte, sowohl bei der Pfeife als auch beim Zubehör. Das ist aber jedem Anfänger einmal so ergangen. Hier nun ein paar Hinweise für den Pfeifenkauf.
Die erste Pfeife sollte stets eine Bruyérepfeife sein. Nun stellt sich schon die erste Frage: Wie viel sollte man in eine Tabakpfeife investieren? Gut bedient ist man mit mittleren Qualitäten im Preisbereich zwischen 30 und 45 €. Natürlich findet man im Fachhandel auch Pfeifen in den unteren Preislagen, aber, ob man mit diesen auch den Genuss und die Freude am Pfeifenrauchen erfahren kann, bleibt fraglich. Aus minderwertigen Pfeifen schmeckt auch der feinste Tabak nicht, und Sie werden nicht erfahren, welch ein Geschmackserlebnis Pfeifenrauchen wirklich ist.
Die Frage, ob man eine Filterpfeife oder eine filterlose Pfeife erwerben sollte, stellt sich in Deutschland fast nicht. Mehr als 90% der angebotenen Modelle sind Filterpfeifen. Jedoch kann man jede Filterpfeife auch ohne Filter rauchen. Dann aber bitte einen Adapter verwenden, da sich sonst in der Filterkammer ein Sog bildet und so mehr Kondensat entsteht. Für Anfänger empfiehlt sich der Genuss von Filterpfeifen, da diese ein kühleres Rauchen erleichtern.
Häufig stellen Pfeifenraucher die Frage: Wie viele Pfeifen sollte man in Benutzung haben? Dies lässt sich recht einfach beantworten. Jede Pfeife sollte pro Tag nur einmal geraucht werden. So bleibt genügend Zeit für das Abkühlen und Austrocknen der Pfeifen. Eine noch feuchte Tabakspfeife wird schneller heiß und die Gefahr von Durchbrennern erhöht sich. Daraus ergibt sich, dass man mindestens so viele Pfeifen benötigt, wie man pro Tag zu rauchen gedenkt. Häufig löst sich dies Problem aber von selbst, da man, ist man der Faszination der Pfeife einmal verfallen, ohnehin überwiegend mehr Pfeifen besitzt, als man an einem Tag rauchen kann.
Über die richtige Form für den Anfänger gibt es unterschiedliche Auffassungen. Wichtig ist jedoch, dass man sich selbst mit der Neuanschaffung sehen mag. Wählen Sie als erste Pfeife keine zu leichte Pfeife. Eine dickwandigere Pfeife nimmt kleine Fehler im Rauchen weniger übel. Ob gebogen oder gerade ist vom Geschmack abhängig. Die geraden lassen sich leichter reinigen als die stark gebogenen.
Worauf Sie aber achten sollten, ist die richtige Lage der Bohrungen zueinander. Der Rauchkanal sollte die Kopfbohrung an ihrem tiefsten Punkt erreichen. Bei stark gebogenen Pfeifen lässt sich dies technisch nicht realisieren. Das ist aber kein Problem, nur lässt sich die Pfeife dann nicht bis unten rauchen. Wichtig ist, dass der Rauchkanal mittig im Kopf austritt. Sonst brennt der Tabak ungleichmäßig, da der außermittige Sog einen kleinen Wirbel erzeugt. Achten Sie auf den richtigen Sitz des Mundstückes. Es sollte werde zu locker noch zu fest sitzen. Einiges lässt sich mit kleinen Tricks korrigieren, aber einfacher ist es, wenn alles von Anfang an funktioniert. Beim Kauf von Filterpfeifen sollte man mit einem Filter prüfen, dass die Filterbohrung groß genug ist. Da das Filter beim Rauchen aufquillt, sollte ein trockener Filter stets ein wenig Spiel in der Bohrung haben.
Das hört sich alles problematischer an, als es in Wirklichkeit ist. Ein versierter Pfeifenhändler hilft Ihnen gern durch den „Dschungel“ der Modelle und Hersteller. Wichtig ist, nehmen Sie sich Zeit beim Pfeifenkauf – es sei denn, Sie wissen schon genau, welches Modell Sie suchen.
Zur Erstausstattung gehören, neben der Pfeife, Filter, Pfeifenreiniger, Pfeifenbesteck und Pfeifenstreichhölzer. Die heute üblichen Filter sind 9 mm Aktivkohlefilter. Welchen Anbieter man bevorzugt, kann man nur im Test herausfinden.
Das wichtigste Werkzeug für den Pfeifenraucher ist das Pfeifenbesteck. Es dient zum Nachstopfen und Ausräumen der Pfeife. Die einfachsten Ausführungen bestehen aus einem zusammengenieteten Stopfer, einem Dorn und einem Löffelchen oder Messerchen. Pfeifenreiniger, die es in verschiedenen Sorten gibt, sollte man immer ausreichend im Hause haben. Ob man die weichen oder die eher borstigen bevorzugt, unterliegt dem eigenen Geschmack.
Im Handel gibt es eine Reihe von Pflege- und Reinigungsprodukten. Eine gründliche Reinigung von Zeit zu Zeit ist unausweichlich. Jedoch sollte man vor Putzerei das Rauchvergnügen nicht vergessen. Alles in Maßen! Bitte Vorsicht mit Pfeifenschlüsseln und Reamern! Diese finden Verwendung für das Reduzieren der Kohleschicht im Pfeifenkopf, eignen sich aber auch hervorragend, um Ihr Lieblingsstück zu ruinieren.
Alles weitere wie Pfeifenständer, -schränke und -taschen, Tabaktöpfe... kann man sich gern schenken lassen. Ihr Umfeld wird Sie lieben für die Entscheidung, Pfeife zu rauchen. Für Jahre hinaus sind Ihnen sinnvolle Geschenke sicher.

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Teil 5 - Der Umgang mit der Pfeife
Nach den „Mühen“ des Pfeifenkaufes gilt es nun die Pfeife einzurauchen. Doch was versteht man eigentlich darunter?
Das Einrauchen der Pfeife erfolgt mit dem Ziel, im Inneren des Pfeifenkopfes eine schützende Kohleschicht aufzubauen. Ich hatte schon angemerkt, dass die Temperatur des glimmenden Tabaks so an die 800 – 900°C beträgt. Sobald heftig an der Pfeife gezogen wird, erhöht sich diese Temperatur noch um einiges. Eine Kohleschicht schützt die Innenwände der Pfeife. Auch kann sie  einen Teil der Feuchtigkeit, die beim Abbrennen der Pfeife entsteht, aufnehmen.
Heute werden schon beim Hersteller die Pfeifen mit einer Einrauchschicht versehen. So kann der  Vorgang des Einrauchens abgekürzt erden bzw. ist nicht mehr nötig. Genuss stellt sich aber auch hier erst dann ein, wenn sich eine Kruste aus den Zuckeranteilen des Tabaks gebildet hat. Einer Behandlung der Pfeife mit Whiskey, Honig und anderem ist abzuraten, sie schaden eher.
Bei starkem Wind oder überhaupt im Freien sollten sie ihre neue Pfeife nicht einrauchen. Hierbei wird die Glut meist unkontrollierbar angefacht und der Pfeifenkopf könnte durchbrennen.
Das Pfeifestopfen sollte nicht zum Stopfen werden. Ist die Pfeifenfüllung zu fest geworden, was sich leicht durch Ziehen feststellen lässt, ist es am besten, die Pfeife auszuräumen und neu zu stopfen. Gehen Sie hierbei nach der folgenden Faustregel vor: unten wie ein Kind, in der Mitte wie eine Lady, oben wie ein Seemann, d.h. erst locker und dann fester werden.
Nachdem Sie nun die Pfeife gestopft haben, geht es zum Anzünden. Setzen Sie hierbei die gesamte Oberfläche des Tabaks in Brand. Ein paar Züge später ebnen Sie die Brandfläche mit dem Stopfer ein und entzünden erneut so, dass die gesamte Tabakoberfläche glimmt. Wichtig ist jetzt gleichmäßige Ziehen an der Pfeife, so, dass jetzt die Tabakaromen voll zur Entfaltung kommen. Diese Geschmacksfülle beschert Ihnen selbst Ruhe und Ausgeglichenheit.
Sollten Sie bemerken, dass sich im Holm oder Mundstück Kondenswasser gebildet hat, können Sie mit dem Stopfer den Zug regulieren. Sie können auch vom Mundstück her einen Pfeifenreiniger einführen, der das entstandene Kondensat aufnimmt. Öffnen Sie nie eine warme Pfeife, da sonst der Zapfen locker wird.
Rauchen Sie ihre Pfeife anfangs ruhig bis zu dem Zeitpunkt, an dem im Pfeifenkopf nur Asche oder wenig verbrannter Tabak übrigbleibt, um auch im unteren Teil eine Schutzschicht zu bilden.
Später rauchen Sie nur soweit, bis die Pfeife anfängt, bitter zu schmecken. Die untersten Tabakschichten, die als Filter dienen, haben dann ihre Sättigung erreicht und brennen nicht mehr und schmecken schon gar nicht.
Damit die Pfeife auch im unteren Bereich trocken wird, stochern sie mit dem Dorn an der Wandung entlang nach unten. Bringen Sie die noch heiße Asche an die Wandung, damit sie dort Feuchtigkeit aufnehmen kann. Asche hat eine hygroskopische, d.h. wasseraufnehmende Wirkung. Nach dem Ausschütten – nicht Ausklopfen – lassen Sie die Pfeife mindestens noch 40 Minuten austrocknen, bevor Sie sie auseinandernehmen. Nach dieser Ruhezeit öffnen Sie die Pfeife. Drehen Sie dabei immer in eine Richtung, auch beim Wieder eindrehen. Nun können Sie die Rauchkanäle von der Mitte aus mit einem Pfeifenreiniger putzen. Lassen Sie einen Pfeifenreiniger nicht längere Zeit im Rauchkanal. Die Zirkulation an der Luft lässt Ihre Pfeife besser trocknen.
Die Kohleschicht im Inneren des Pfeifenkopfes wird mit der Zeit immer dicker. Reduzieren Sie diese auf ca. 1 mm Stärke. Diese Arbeit lässt sich am besten mit einem im Durchmesser verstellbaren Pfeifenschlüssel durchführen. Achten Sie hierbei darauf, dass das Holz des Pfeifenkopfes nicht beschädigt wird. Pflegesets für Pfeifen erhalten Sie im Fachhandel.

Albert Einstein meinte einmal: „Pfeiferauchen hilft mit, alle Begebenheiten des Lebens sachlicher und objektiver zu beurteilen.“ Denken Sie bitte daran, das dies keine festen Regeln für den Genuss einer Pfeife sind, sondern eher gutgemeinte Hinweise und Ratschläge von langjährigen Genießern und Pfeifenfreunden.

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